Gitarren-Basics

Barré-Akkorde

Barré-Griffe

Kommen wir zu den Barré-Akkorden. Der Begriff ist hergeleitet von französisch barré: ‚gesperrt‘, bzw. le barré: ‚das Verriegelte. Beim Gitarre spielen bedeutet Barré, dass mit einem Finger mehrere Saiten heruntergedrückt werden.

Barrè-Griffe gehören zu den größten Hürden für Anfänger, da man viel Kraft in den Fingern braucht, um mehrere bzw. alle Saiten mit einem Finger herunterzudrücken, ohne dass es schnarrt. Das gilt insbesondere für Gitarren mit Stahlsaiten.

Aber man kommt um das Erlernen dieser Griffe nicht herum. Insbesondere der F-Dur-Akkord, der in vielen Songs vorkommt, lässt sich ohne Barrè nur mit wenigen Tönen greifen und klingt dann nicht so voll. F-Dur ist leider auch einer der schwierigsten Barré-Griffe, da er im ersten Bund liegt und dort die Saitenspannung sehr hoch ist.

Die gute Nachricht ist, dass sich der Aufbau von Barré-Griffen auf der Gitarre nach einem Grundprinzip wiederholt. Bei den Grundakkorden haben wir ja verschiedene Akkorde gesehen, die sich im Aufbau meist grundlegend unterscheiden. Beispielsweise haben C, Dm und G ganz unterschiedliche Griffmuster, die man sich einzeln merken muss. Bei Barré-Griffen gibt es einheitlichere Systeme. Für den Anfang muss man sich nur 2 Griffmuster für Dur und 2 Griffmuster für Moll merken.

Akkorde mit dem Grundton auf der 5. Saite

Schauen wir uns mal den Akkord Am mit Leersaiten an:

Am-Akkord, Grundton auf der 5. Saite
A-Moll-Akkord auf der Gitarre

 

Im Vergleich dazu nehmen wir den Bm-Akkord als Barré-Griff. Der Grundton liegt hier ebenfalls auf der 5. Saite, aber im 2. Bund. Es ändert sich zwar der Fingersatz, da mit dem Zeigefinger 5 Saiten gegriffen werden, aber das Griffmuster ist ähnlich. Nur um 2 Bünde verschoben, da das B auf der 5. Saite im 2. Bund liegt. Der Zeigefinger, der 5 Saiten herunterdrückt, übernimmt quasi die Aufgabe der leer schwingenden Saiten

Bm-Akkord, Grundton auf der 5. Saite
B-Moll-Barré-Akkord auf der Gitarre

 

Das Gleiche gilt für einen Dur-Akkord. Zunächst seht ihr einen A-Dur-Akkord mit Leersaiten und darunter einen B-Dur-Akkord als Barré-Griff.

A-Dur-Akkord, Grundton auf der 5. Saite
A-Dur-Akkord auf der Gitarre
B-Dur-Akkord, Grundton auf der 5. Saite
B-Dur-Barré-Akkord auf der Gitarre

 

Dieses Prinzip gilt für alle Akkorde mit dem Grundton auf der 5. Saite. Wir können jeden Dur- bzw. Mollakkord durch Verschieben eines Griffmusters spielen. Man greift das gleiche Muster nur in einem anderen Bund, je nach Grundton.

Wie man sieht, unterscheiden sich Dur- und Molllakkorde nur in einem einzigen Ton. In den oben gezeigten Akkorden ist das der Ton auf der 2. Saite.

Bei diesen Dur- und Mollakkorden mit dem Grundton auf der 5. Saite kann man auch den Barré über alle 6 Saiten greifen. Der Grundton liegt aber auf der 5. Saite und 5 Saiten herunterzudrücken erfordert weniger Kraft.

Akkorde mit dem Grundton auf der 6. Saite

Auch bei den Akkorden mit dem Grundton auf der 6. Saite gibt es ein einheitliches Griffmuster.

Schauen wir uns im Vergleich dazu einen Em-Akkord mit Leersaiten und einen Fm-Akkord als Barré an:

Em-Akkord, Grundton auf der 6. Saite
E-Moll-Akkord auf der Gitarre
Fm-Akkord, Grundton auf der 6. Saite
F-Moll-Barré-Akkord auf der Gitarre

 

Das gleiche Prinzip funktioniert auch mit Dur-Akkorden mit dem Grundton auf der 6. Saite. Hier E- und F-Dur im Vergleich:

E-Dur-Akkord, Grundton auf der 6. Saite
E-Dur-Akkord auf der Gitarre
F-Dur-Akkord, Grundton auf der 6. Saite
F-Dur-Barré-Akkord auf der Gitarre

 

Verschiebt man den F-Dur-Akkord um 2 Bünde, haben wir G-Dur als Barré-Griff, da im 3. Bund auf der 6. Saite das G liegt. G-Dur eignet sich auch gut als erster Barré-Griff zum Lernen, da er im 3. Bund liegt und daher beim Greifen nicht so anstrengend ist wie F-Dur.

G-Dur-Akkord, Grundton auf der 6. Saite
G-Dur-Barré-Akkord auf der Gitarre

Zusammenfassung und Übungen

Um sogenannte reine Dur- und Mollakkorde als Barré zu greifen, muss man sich 4 Griffmuster merken. Ausgehend von den Akkorden mit Leersaiten haben wir bei Akkorden mit dem Grundton auf der 5. Saite den A-Dur-Typ und den Am-Typ.
Bei den Akkorden mit dem Grundton auf der 6. Saite den E-Dur-Typ und den Em-Typ.

Wichtig ist also, sich zunächst die Töne auf der 5. und 6. Saite zu merken, um auf den entsprechenden Bünden die jeweiligen Griffe zu spielen. Dazu findet ihr hier auf 12hoch2.de verschiedene Online-Übungen:

Bei den Übungen Gitarren-Griffbrett-Trainer 1 wird gefragt auf welchem Bund einer Saite ein gesuchter Ton liegt.

Bei den Übungen Gitarren-Griffbrett-Trainer 2 wird gefragt welcher Ton auf einem bestimmten Bund einer Saite liegt.

Bei allen Online-Übungen kann man auswählen nach welchem Bereich der Bünde gefragt wird und welche Saiten abgefragt werden.

Ihr könnt euch auch die Barré-Griffe in verschiedenen Lagen gratis als PDF herunterladen unter: Downloads