Intervalle & Akkordaufbau

Intervalle auf der Gitarre verstehen

Hier findet ihr eine kurze Erläuterung des Themas Intervalle mit einigen Beispielen, speziell auf die Gitarre bezogen. Es geht hier um das Grundverständnis. Das Thema ist natürlich sehr umfangreich und man könnte etliche Seiten damit füllen.

Was bringt das Wissen über Intervalle?

Das Prinzip der Intervalle zu verstehen und auch das Wissen darüber, wo die Intervalle zum jeweiligen Grundton auf der Gitarre liegen, bietet enorme Vorteile für den Gitarristen. Zum einen versteht man wie Akkorde aufgebaut sind und kann diese schnell erweitern, eigene Griffmuster finden und variieren. Zum anderen kann man sich über die Intervallstrukturen leichter Skalen merken. Wenn man z.B. weiß, wo die Terzen liegen, wird man in einer Durskala diese Töne schnell finden.

Was sich erst mal trocken und theorethisch anhört, kann einem sehr viele kreative Möglichkeiten eröffnen. Auch beim Improvisieren.

Die unten gezeigten Intervalle auf dem Griffbrett könnt ihr euch auch gratis herunterladen unter: Downloads

Was sind Intervalle?

Als Intervall bezeichnet man den Abstand zwischen zwei Tönen. Von C auf C# haben wir einen Halbtonschritt (1 Bund weiter), von C auf D sind es 2 Halbtonschritte bzw. 1 Ganztonschritt (2 Bünde weiter).

Für die Intervalle gibt es folgende Bezeichnungen:

Intervallbezeichnungen

1: Grundton oder Oktave
b2: kleine Sekunde oder verminderte None
2: Sekunde oder None
b3: kleine Terz oder erhöhte None
3: große Terz
4: Quarte
b5: verminderte Quinte
5: Quinte
#5: erhöhte Quinte oder kleine Sexte
6: Sexte
7: kleine Septime
maj7: große Septime

 

Auf der Gitarre haben wir 12 verschiedene Töne. Spielt man bspw. auf der 6. Saite leer (E) bis zum 12. Bund, haben wir im 12. Bund wieder ein E, nur in einer anderen Tonhöhe.

Schauen wir uns folgende Tabelle an. Die erste Reihe zeigt die Nummerierung der 11 Halbtonschritte (von Bund zu Bund). Nach 12 Halbtonschritten würde wieder der 1. Ton erscheinen.

Die zweite Reihe gibt die Intervallbezeichnungen an. Intervalle werden nicht einfach durchgezählt, sondern erhalten spezielle Namen, bzw. Nummern. Mit 4 Halbtonschritten gelangt man z.B. zur großen Terz, mit 7 Halbtonschritten zur Quinte u.s.w.

Schaut man sich die dritte Reihe an, sieht man alle Töne vom C aus. Mit 4 Halbtonschritten gelangt man z.B. zum E, der großen Terz von C, mit 7 Halbtonschritten zum G, der Quinte von C u.s.w.

Gehen wir wie in der 4. Reihe von dem Ton E aus bis zum G, haben wir nur 3 Halbtonschritte. Das G, dass beim Grundton C die Quinte darstellt, ist für den Grundton E die kleine Terz.

Gezählt wird immer vom Grundton aus. Man erhält z.B. nach 7 Halbtonschritten vom Grundton aus immer ein Quinte. Das ist beim C als Grundton das G (3. Reihe), beim E als Grundton das B (4. Reihe).

Nummerierung (Halbtonschritte)
0. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11.
Intervallbezeichnungen
1 b2 2 b3 3 4 b5 5 #5 6 7 j7
Töne ab C
C C# D D# E F F# G G# A A# B
Töne ab E
E F F# G G# A A# B C C# D D#

Die in der Tabelle farblich betonten Töne Grundton (1), Terz (3, b3) und Quinte (5) zeigen die Intervalle für einen reinen Dreiklang (s.u.).

Akkordaufbau auf der Gitarre

Dreiklang

Ein sogenannter reiner Dreiklang besteht aus Grundton, Terz und Quinte. Am Beispiel des C-Dur-Akkords sind das die Töne C (Grundton, 1), E (große Terz, 3) und G (Quinte, 5). Auch wenn mehr als 3 Saiten auf der Gitarre angespielt werden, wie in den Akkorden unten, spricht man von einem Dreiklang. Die Töne werden ja teilweise doppelt gespielt, nur in einer anderen Tonhöhe (oktaviert).

C-Dur-Akkord, Grundton auf der 5. Saite
C-Dur-Akkord auf der Gitarre
C-Dur-Akkord, Grundton auf der 5. Saite
C-Dur auf der Gitarre
C-Dur-Akkord, Grundton auf der 6. Saite
C-Dur-Akkord

Vierklang

Wie der Name schon sagt, haben wir 4 verschiedene Töne bei diesen Akkorden. Als Beispiel nehmen wir den C-maj7-Akkord. Er besitzt neben Grundton (1), Terz (3) und Quinte (5) noch die große Septime (j7).

C-Maj7-Akkord, Grundton auf der 5. Saite
Cmaj7-Akkord auf der Gitarre

Fünfklang

Fünfklänge kommen beim Gitarre spielen sehr selten vor, da es i.d.R. starker Fingerakrobatik bedarf, um diese zu spielen. Bei Akkorden wie z.B. dem E13 (Grundton, Terz, Quinte, Septime, Sexte) wird dann eher die Quinte weggelassen. Die unteren Abbildungen zeigen, dass der Fünfklang E13 mit Leersaiten noch auf der Gitarre zu greifen ist. In anderen Lagen wird es jedoch schwierig und man lässt die Quinte weg.

E13 mit Leersaiten
Akkord E13 auf der Gitarre
E13 ohne Quinte
E13-Akkord auf der Gitarre

Oktaven

Eine Oktave ist ein Ton, der um eine Oktave höher oder tiefer gespielt wird. Die Lage der Oktaven ist das was man als Erstes bei den Lagen der Intervalle auf der Gitarre lernen sollte.

Oktaven von C (seitlich scrollbar)

Große Terz (Dur)

Die große Terz (3) macht einen Akkord zum Durakkord. Die Terzen bestimmen das sogenannte Tongeschlecht (Dur oder Moll).

Grundton C und große Terz

Kleine Terz (Moll)

Die kleine Terz (b3) macht einen Akkord zum Mollakkord.

Grundton C und kleine Terz (seitlich scrollbar)

Quinte

Reine Quinte

Die Quinte (5) ist das 3. Intervall, dass neben Grundton und Terz zu einem "reinen Durklang" oder "reinen Mollklang" gehört. Man spricht auch von der reinen Quinte im Gegensatz zur verminderten und erhöhten Quinte (s.u.)

Alle Rockfans unter den Gitarristen kommen um die sogenannten Powerchords nicht herum. Powerchords bestehen nur aus Grundton und Quinte und haben daher kein Tongeschlecht (Dur oder Moll).

Grundton C und Quinte (seitlich scrollbar)

 

Verminderte und erhöhte Quinte

Die verminderte (b5) und die erhöhte (#5) Quinte findet man seltener in Akkorden. Die verminderte Quinte klingt etwas schräg. Sehr wichtig ist sie im Blues als sogenannte Blue Note.

Zwischen der verminderten und der erhöhten Quinte liegt die reine Quinte.

Grundton C, verminderte Quinte, erhöhte Quinte (seitlich scrollbar)

Sexte, kleine und große Septime

Die große Septime (j7) liegt 1 Halbtonschritt unterhalb des Grundtons auf der gleichen Saite.

Die kleine Septime (7) liegt 2 Halbtonschritte unterhalb des Grundtons auf der gleichen Saite.

Die Sexte (6) liegt 3 Halbtonschritte unterhalb des Grundtons auf der gleichen Saite.

Ein C-Dur-Akkord mit kleiner Septime wird als C7 bezeichnet, ein C-Dur-Akkord mit großer Septime als Cmaj7 oder Cj7.

Bei Moll-Akkorden ist die große Septime eher selten.

Sexte, kleine Septime, große Septime (seitlich scrollbar)

Quarte

Die Quarte (4) kommt in Akkorden am häufigsten in sogenannten Sus4-Akkorden vor. In diesen Akkorden wird die Terz von der Quarte ersetzt. Ein Sus-Akkord hat daher kein Tongeschlecht.

Grundton C und Quarte (seitlich scrollbar)

Kleine Sekunde und Sekunde

Die Sekunde (2) findet man auch seltener in Akkorden. Meist als Sus2-Akkorde, wobei hier wie bei den Sus4-Akkorden die Terz, hier durch die Sekunde ersetzt wird. Noch seltener kommt die kleine Sekunde (b2) vor.

Ansonsten findet man die Sekunde in sogenannten Nonen-Akkorden. Der Akkord mit der Bezeichnung C9 beinhaltet Grundton, große Terz, Quinte, kleine Septime und die Sekunde. Die Zahl 9 bei C9 kommt dadurch zu Stande, dass man zur 7 (Septime) die 2 hinzuzählt.

Grundton C, kleine Sekunde, Sekunde (seitlich scrollbar)

Intervalltraining für die Gitarre

Mit dem freien Intervalltrainern für Gitarre könnt ihr online die Lagen der Intervalle lernen. Es geht bei diesen Übungen nicht um Noten, sondern um die Lagen der Intervalle auf dem Griffbrett.

Unter Intervalltrainer Gitarre 1 findet ihr Online-Übungen, bei denen ein gesuchtes Intervall zu einem Grundton aus einer Auswahl auf dem Gitarren-Griffbrett angeklickt werden muss.

Unter Intervalltrainer Gitarre 2 gibt es Übungen, bei den ein Intervall auf dem Gitarren-Griffbrett angezeigt wird und man herausfinden musss, um welchen Intervall es sich handelt.